Aktuelles/Stipendien

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Zum Tod von Werner Heiduczek24.08.2019

Werner Heiduczek, 2016. Foto: Gaby Waldek

„Alles ästhetische Bemühen ist für den Wind, wo die Substanz fehlt. Denn wo nichts gesagt wird, fehlt letztendlich auch die Sprache." Diese Aussage von Werner Heiduczek prägte sein ganzes Schaffen. Sein gesamtes Werk hat Substanz. Er schrieb Literatur, die bleiben, die man in 80 oder 150 Jahren noch lesen wird.

Der Verleger Michael Faber sagte im Interview im Deutschlandfunk: „Ich glaube, dass er sich sehr zeitig von einer literarischen Form distanzieren wollte, einer Selbstverliebtheit in formale, ästhetische Spiele, und dass ihn, den ja auch das Leben sehr gebeutelt hatte, nach der existenziellen Frage des Menschen, nach dem, was uns auszeichnet und was uns aber auch an Hässlichkeiten im Leben widerfährt, dass er sich darin spiegeln wollte und dass sein ganzes literarisches Schaffen auch unentwegt eine Retrospektive, Verinnerlichung unserer Sünden und Verfehlungen war."

Mit seinem ersten Roman ‚Abschied von den Engeln', 1968, fand er eine große Leserschaft. Im Kurzroman ‚Mark Aurel oder ein Semester Zärtlichkeit', 1971, charakterisiert er einen Studenten, der es wagt, ein bisschen weniger brav zu sein, der beginnt, gegen das bestehende System der DDR zu revoltieren. Zu seinem Märchen ‚Das verschenkte Weinen', 1977, kann man am besten den Schriftsteller selbst zitieren: „Ich wünsche mir, dass die Menschen erkennen, dass das Weinen im Leben ebenso wichtig ist, wie das Lachen. Denn ohne Trauer erkennen wir nicht, was Glück bedeutet." Der große Durchbruch gelingt ihm mit dem Roman ‚Tod am Meer', 1977. Obwohl nur eine 1. Auflage in der DDR erscheinen kann, kennt jeder diesen Roman. Das Buch muss von Hand zu Hand weitergereicht worden sein, denn es hatte wesentlich mehr Leser, als Exemplare gedruckt worden sind.

Der Schriftsteller Clemens Meyer sagte über Werner Heiduczek: „Als Schriftsteller ist er mir schon als Kind begegnet, denn wir wuchsen auf mit den Kinderbüchern wie ‚Jana und der kleine Stern oder der Geschichte vom ‚verschenkten Weinen'. Später entdeckte ich dann den großartigen Roman ‚Tod am Meer' und von da an war mir klar: Hier haben wir einen ganz großen, relevanten Gegenwartsschriftsteller." 2005 zieht Werner Heiduczek in seiner Autobiografie ‚Die Schatten meiner Toten' Bilanz: „Als die Weimarer Republik starb, war ich ein Kind. Als das Tausendjährige Reich zugrundeging, war ich ein Jüngling. Als der DDR-Sozialismus zusammenbrach, war ich ein Mann. Wenn das Gegenwärtige sterben wird, werde ich nicht mehr sein."

Regine Möbius, ver.di Bundesbeauftragte für Kunst und Kultur und Wegbegleiterin des Schriftstellers sagt: "Werner Heiduczek war mir Freund und Kritiker, Ratgeber und Lehrer. Seine Sprachmächtigkeit, Phantasie und Lebenserfahrung schenkte uns allen ein Werk, das im deutschsprachigen Raum zu den außergewöhnlichen Leseerlebnissen gehört. Seine Romane, dramatischen Texte, Essays, Erzählungen und Kunstmärchen verweisen auf einen philosophischen Fabulierer, der für mich von beeindruckender Lebendigkeit bleiben wird, dessen Werk ich auch weiterhin mit Neugier und großer Leselust begegnen werde."

Mit der Gründung des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in den neuen Bundesländern wurde Werner Heiduczek Mitglied des Verbandes. 1995 war er Gründungsmitglied des Kulturwerkes deutscher Schriftsteller in Sachsen e.V., der Verein, auf dessen Grundlage später u.a. 10 Jahre lang das Literaturfestival „Leipziger Literarischer Herbst" organisiert werden konnte.

Wir verlieren mit Werner Heiduczek einen ganz großen deutschen Schriftsteller, ein überaus wichtiges Mitglied unseres Verbandes und einen guten Freund.

 

Steffen Birnbaum

Lieben Sie Ihre Heimat?23.08.2019

Im Frühjahr 2020 soll bei Hirnkost eine Anthologie aus literarischen, aber auch gerne essayistischen Texten zum Thema »Heimat(liebe)« erscheinen – ein derzeit überall präsentes und diskutiertes Thema, vom »Heimatministerium« bis zum Punk-Song, über Modemarken bis zu Jugendprojekten. Und natürlich melden sich auch jene fleißig zu Wort, denen wir die Deutungshoheit über »Heimat« nicht überlassensollten, wie es der bayerische Heimatpoet Hans Söllner in einem aktuellen Lied formuliert: »Du Scheiß-Rassist, schau dass die schleichst, des is mei Heimat und ned dei Reich.«

 

Einsendungen bis 3. Oktober 2019

 

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Rattenfänger-Literaturpreis14.08.2019

Rattenfänger-Literaturpreis

Zum achtzehnten Mal schreibt die Stadt Hameln den mit 5.000 Euro dotierten Rattenfänger-Literaturpreis aus, der im Jahr 2020 verliehen wird. Ausgezeichnet werden Märchen- oder Sagenbücher, phantastische Erzählungen, moderne Kunstmärchen oder Erzählungen aus dem Mittelalter für Kinder und Jugendliche.

Der Rattenfänger-Literaturpreis wurde 1984 zum ersten Mal ausgeschrieben. Anlass war das Jubiläum »700 Jahre Rattenfänger von Hameln«. Für Hameln, »die Stadt, die aus der Phantasie lebt« (Zitat Pavel Kohout) war der stärkste Antrieb für die Stiftung die aus der Erfahrung mit der Rattenfängersage gewonnene Erkenntnis, dass diese Literaturgattung Menschen aufs Tiefste zu bewegen vermag und dass sie deshalb Aufmerksamkeit und Förderung verdient.

Der mittlerweile etablierte und hochangesehene Rattenfänger-Literaturpreis kann an Autoren, Bearbeiter, Übersetzer und Illustratoren vergeben werden. Sollte ein Bilderbuch ausgezeichnet werden, wird der Preis je zur Hälfte an den Text-Autor und den Illustrator vergeben. Eine Teilung ist auch möglich, wenn die Jury zwei Werke für auszeichnungswürdig erachtet.

Weitere Bücher, die von der Jury hervorgehoben, aber nicht mit dem Preis bedacht werden, finden Aufnahme in einer Auswahlliste und werden damit ideell ausgezeichnet. In den Vorjahren erhielten jeweils 10 bzw. 12 Bücher diese ideelle Auszeichnung.

 

Teilnahmeberechtigt:

sind Bücher, die nach dem 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2019 mit ISBN veröffentlicht und der Stadt Hameln

 

Einsendungen bis 15. Januar 2020

 

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Alsergrund14.08.2019

Die Bezirksvertretung Alsergrund (Stadt Wien) schreibt 2019 wieder das mit 4.200 Euro dotierte »Bezirksschreiberin/-schreiber«-Stipendium aus.

Die Bezirksvertretung vergibt das Stipendium für die literarische Auseinandersetzung mit dem 9. Bezirk bereits zum fünften Mal.

Die literarischen Annäherungen an den Bezirk Alsergrund sollen in Form eines zehnseitigen literarischen Textes (circa 30.000 Zeichen) in folgenden Kategorien dokumentiert werden: Lyrik, Prosa, Kinder- und Jugendliteratur, Drama, Krimi, Kurzgeschichte oder Essay.

Das mit 4.200 Euro dotierte Literaturstipendium wird in sechs Monatsraten zu je 700 Euro ausbezahlt.

 

Einsendungen bis 31. August 2019

 

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Kurd-Laßwitz-Stipendium14.08.2019

Die Stadt Gotha schreibt für den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 das »Kurd-Laßwitz-Stipendium der Residenzstadt Gotha« aus.

Gesucht

werden dafür Schriftstellerinnen und Schriftsteller deutscher Sprache, die bisher mindestens ein Werk der Kinder- und Jugendliteratur veröffentlicht haben und bereit sind, während der Zeit des Stipendiums ein neues Werk zu schaffen, das von der Stadt Gotha als Buchtitel veröffentlicht werden kann.

Die Beiträge

im Rahmen des »Kurd-Laßwitz-Stipendiums« sollen sich an Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 27 Jahren richten, um sie mit kulturellen, aktuellen und sozialen Themen zu konfrontieren. Die Einbindung regionaler und ortsspezifischer Themen ist sehr erwünscht. Es werden keine bestimmten literarischen Gattungen oder thematische Begrenzungen vorgegeben.

Während des Aufenthaltes

wird der Stipendiat eigene literarische Gesprächsrunden durchführen, an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen, wöchentliche Zeitungsbeiträge gestalten, mit Schulklassen und Kindertagesstättengruppen arbeiten, die Projektarbeit in den Kinder- und Jugendtreffs sowie der freien Szene unterstützen und ein eigenständigen literarischen Werk erarbeiten. Der Stipendiat ist angehalten über seinen Arbeitsaufenthalt eine literarische Projektbeschreibung in Form eines Arbeitstagebuches erstellen.

Das Stipendium

wird für einen Zeitraum von maximal 6 Monaten gewährt. Der sechsmonatige Präsenzzeitraum kann innerhalb des Jahres frei gewählt werden. Die Residenzstadt Gotha wird der, von der Jury unter Ausschluss des Rechtsweges ausgewählten Persönlichkeit, als »Kurd-Laßwitz-Stipendium« einen Betrag in Höhe von insgesamt 5.000 Euro gewähren. Der Stipendiat erhält im Rahmen einer Honorarvereinbarung monatlich einen Betrag von 500 Euro und nach Fertigstellung seines eigenständigen Buchwerkes, das in der Zeit des Stipendiums erarbeitet worden ist, einen weiteren Betrag von 2.000 Euro.

Die Residenzstadt Gotha gewährt dem Stipendiaten einen sechsmonatigen Aufenthalt in der möblierten »Kurd-Laßwitz-Wohnung«. Diese wird für die Zeit des Stipendiums kostenlos bereitgestellt und enthält die notwendigen Medienausstattungen (PC, Internet-Anschluss). Es wird erwartet, dass der Stipendiat für die Zeit seines Stipendiums die Wohnung als Wohn- und Arbeitssitz wählt.

 

Einsendungen bis 31. August 2019

 

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Land in Sicht17.07.2019

Autorenresidenzen im ländlichen Raum

Ziel der »Land in Sicht«-Stipendien ist eine intensive Zusammenarbeit und Auseinandersetzung der Stipendiatinnen/Stipendiaten mit den kulturellen und städtischen lokalen Akteuren und der Bevölkerung. 2019 werden erneut drei Stipendien im ländlichen Raum ausgeschrieben, wobei der Fokus in diesem Jahr auf Südhessen gesetzt wird. Den Auftakt macht die Ausschreibung für Michelstadt.

 

Einsendungen bis 26.07.2019

 

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Kurt-Sigel-Lyrikpreis 202011.07.2019

Deutscher PEN schreibt Lyrikpreis aus

Das PEN-Zentrum Deutschland schreibt den Kurt-Sigel-Lyrikpreis 2020 aus. Er wird an eine/einen Lyrikerin/Lyriker für Gedichte von hoher ästhetischer Qualität verliehen und ist mit 4.000 Euro dotiert.

Stifter des Preises ist der Frankfurter Schriftsteller Kurt Sigel, der sich als Autor von Romanen, Erzählungen, Gedichtbänden sowie von Büchern in hessischer Mundart, die er teilweise mit eigenen Zeichnungen und Cartoons illustrierte, einen Namen gemacht hat. Kurt Sigel ist seit 1974 Mitglied im deutschen PEN.

 

Einsendungen bis 15.10.2019

 

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Hans-Bernhard-Schiff-Literaturpreis 201910.07.2019

In Gedenken an Hans Bernhard Schiff, sein literarisches Werk und sein gesellschaftliches Engagement vergibt die Landeshauptstadt Saarbrücken den Hans-Bernhard-Schiff Literaturpreis 2019.

Dem toleranten, europäischen Denken Hans-Bernhard Schiffs sowie dem Internationalismus und der Wertschätzung des Regionalen in seinem Werk verpflichtet, sollen die eingereichten Beiträge inhaltlich oder über die Person des Verfassers / der Verfasserin einen Bezug zur Großregion SaarLorLux (Saarland, Rheinland-Pfalz, Grand-Est, Luxemburg, deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien) haben.

 

Einsendungen bis 26.07.2019

 

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Stipendium im Stuttgarter Schriftstellerhaus10.07.2019

Der Verein Stuttgarter Schriftstellerhaus e.V. vergibt für das Jahr 2020 zwei dreimonatige Wohn- und Arbeitsstipendien im Bereich Prosa oder dramatisches Schreiben sowie zum zweiten Mal das im Jahre 2019 neu geschaffene Stuttgarter Lyrikstipendium.

 

Einsendungen bis 15.08.2019

 

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Dresdner Lyrikpreis 202010.07.2019

Der Dresdner Lyrikpreis wird zur Förderung des gegenwärtigen poetischen Schaffens durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden ausgelobt und alle zwei Jahre vergeben.

Im November 2020 wird der mit 5.000 Euro dotierte Preis zum dreizehnten Mal verliehen.

 

Einsendungen bis  31. August 2019

 

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zu mediafon22. Leipziger Literarischer HerbstKulturamtKulturstiftung des Freistaates SachsenLeipziger BuchmesseLiteraturhaus LeipzigSächsischer LiteraturratBörsenvereinBooklookerDeutsche Nationalbibliothek

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